* Sicher unterwegs mit Caravan und Reisemobil | Landesverband Nordbayern e. V.

Sicher unterwegs mit Caravan und Reisemobil

Ein entspannter Campingurlaub beginnt nicht erst auf dem Campingplatz. Schon vor der Abfahrt lohnt sich ein sorgfältiger Blick auf Fahrzeug, Beladung und Ausrüstung.

Wohnwagen und Reisemobile stellen aufgrund ihrer Abmessungen, ihres Gewichts und ihres Aufbaus besondere Anforderungen an Fahrer und Technik. Eine gute Vorbereitung trägt wesentlich dazu bei, sicher und entspannt ans Ziel zu kommen.

Gewicht und Beladung – nicht nur eine Frage des Platzes

Beim Beladen eines Campingfahrzeugs reicht es nicht aus, darauf zu achten, ob alles seinen Platz findet. Entscheidend ist auch, wie viel das Fahrzeug tatsächlich wiegt und wo das Gewicht untergebracht wird.

Schwere Gegenstände sollten möglichst tief und in der Nähe der Achsen verstaut werden. Leichtere Gegenstände können in höher gelegenen Staufächern untergebracht werden.

Dabei müssen die zulässige Gesamtmasse beziehungsweise technisch zulässige Gesamtmasse, die zulässigen Achslasten und beim Wohnwagen insbesondere die zulässige Stützlast berücksichtigt werden.

Auch viele kleine Dinge ergeben zusammen schnell ein erhebliches Gewicht: Campingmöbel, Lebensmittel, Fahrräder, Gasflaschen, Wasser, Kabel, Werkzeug und persönliche Ausrüstung gehören deshalb bei der Gewichtsplanung unbedingt dazu.

Stützlast beim Wohnwagen

Die richtige Stützlast trägt wesentlich zu einem stabilen Fahrverhalten des Gespanns bei. Dabei sind die zulässigen Werte von Zugfahrzeug, Anhängevorrichtung und Wohnwagen zu beachten.

Die Beladung des Wohnwagens sollte so verteilt werden, dass die vorgeschriebene beziehungsweise geeignete Stützlast erreicht wird, ohne zulässige Grenzwerte zu überschreiten.

Reifen verdienen besondere Aufmerksamkeit

Campingfahrzeuge haben häufig eine vergleichsweise geringe Jahresfahrleistung. Ein Reifen kann deshalb äußerlich noch ausreichend Profil besitzen und trotzdem durch Alterung oder lange Standzeiten beeinträchtigt sein.

Vor längeren Fahrten sollten die Reifen auf sichtbare Beschädigungen, Risse, ungewöhnliche Verformungen und den korrekten Luftdruck kontrolliert werden. Maßgeblich sind dabei die Vorgaben des Fahrzeug- und Reifenherstellers.

Bei Wohnwagengespannen mit einer Tempo-100-Zulassung sind zusätzlich die dafür geltenden gesetzlichen Anforderungen an die Bereifung zu beachten.

Vor der Abfahrt einmal um das Fahrzeug

Eine einfache Runde um Wohnwagen oder Reisemobil kann viele Probleme verhindern. Machen Sie daraus am besten eine feste Routine vor jeder Abfahrt.

Kontrolliert werden sollten unter anderem:

Beim Wohnwagen kommen die Kontrolle der Anhängekupplung, Stabilisierungseinrichtung, elektrischen Verbindung zum Zugfahrzeug, des Abreißseils und des Stützrades hinzu.

Ladung im Innenraum sichern

Lose Gegenstände können bereits bei einer starken Bremsung zu einer erheblichen Gefahr werden. Das gilt im Reisemobil ebenso wie im Zugfahrzeug.

Geschirr, Flaschen, Werkzeug und andere schwere Gegenstände gehören deshalb in geeignete und geschlossene Stauräume. Schränke, Schubladen, Tische und bewegliche Einrichtungen müssen vor der Fahrt ordnungsgemäß gesichert werden.

Mit Ruhe und angepasster Geschwindigkeit fahren

Ein Reisemobil oder ein Gespann verhält sich anders als ein normaler Pkw. Gewicht, Fahrzeughöhe, Seitenwindempfindlichkeit, Bremsweg und Kurvenverhalten müssen beim Fahren berücksichtigt werden.

Ausreichender Sicherheitsabstand, vorausschauendes Fahren und eine an Fahrzeug, Beladung, Straße und Wetter angepasste Geschwindigkeit tragen wesentlich zu einer sicheren Reise bei.

Rangieren und rückwärts fahren

Gerade mit einem Wohnwagen ist rückwärts fahren und Rangieren für ungeübte Fahrer zunächst eine Herausforderung. Hektik ist dabei der schlechteste Begleiter.

Wenn die Sicht eingeschränkt ist, sollte eine zweite Person beim Rangieren helfen. Klare Absprachen und eindeutige Zeichen verhindern Missverständnisse.

Regelmäßige technische Kontrolle

Bremsanlage, Fahrwerk, Beleuchtung, Reifen und weitere sicherheitsrelevante Bauteile sollten regelmäßig kontrolliert und entsprechend den Herstellervorgaben gewartet werden.

Wer ungewöhnliche Geräusche, verändertes Fahrverhalten oder sichtbare Beschädigungen feststellt, sollte die Ursache überprüfen lassen und nicht bis zur nächsten Urlaubsfahrt warten.

Technische Beratung im Deutschen Camping-Club

Im Deutschen Camping-Club stehen in den Landesverbänden Caravan- und Motorcaravanberater als Ansprechpartner für technische Fragen rund um Campingfahrzeuge zur Verfügung.

Auch der Landesverband Nordbayern möchte Camperinnen und Camper mit praktischen Informationen unterstützen und dazu beitragen, dass Campingreisen sicher und gut vorbereitet beginnen.

Unser Tipp

Nehmen Sie sich vor jeder längeren Fahrt einige Minuten Zeit für eine vollständige Abfahrtskontrolle. Eine feste Reihenfolge hilft dabei, nichts zu vergessen.

Die wenigen Minuten vor dem Start sind gut investiert – denn eine sichere Reise ist die beste Voraussetzung für einen entspannten Campingurlaub.